Spam zum Ausschneiden - Zielgruppe: ältere Damen
Eine originelle Spam-Mail hat mir gestern ein Anbieter für Botox-Spray geschickt. Um das Zeug kostenlos zu testen, soll man unten einen “Try it free”-Coupon AUSSCHNEIDEN. Das ist keine paranoide Wahnvorstellung von mir, das Scheren-Icon und die Aufschrift “Cut Here for ‘FREE’ COUPON” lassen keinen Zweifel am Bastelcharakter zu.
944 neue Mails in der KW 46
Mitte November befindet man sich noch in der ausklingenden Herbstdepression und noch nicht im vorweihnachtlichen Einkaufswahn, deshalb ist die Auftragslage für Spammer insgesamt gespannt - und auch für uns gibt damit es nichts Interessantes in der Kurve zu sehen (außer der Tatsache, dass bis Jahresende sicher keine 500.000 Spam-Mails angekommen sein werden, wie ursprünglich geplant).
Spamming Back!
Der Herr auf diesem Bild ist der Kunstphilosoph Christoph Schwarz. Seine Installationen und Performances gehören zu den modernen Kunstwerken, die einen intuitiv daran erinnern, dass man ein Teil des 21. Jahrhunderts ist (ich erwähne nur den Kontingenzaltar, neben anderen Projekten zu finden auf Schwarz’ Homepage marcus.at).
Sein neuestes Projekt heißt Spamming Back! (-> Flyer (pdf), 20.-24. November in Wien). Das funktioniert so:
1119 neue Mails in der KW 45
Nachdem ich noch vor zwei Wochen einem erstaunlich parallelen Verlauf zwischen .(JavaScript must be enabled to view this email address) und .(JavaScript must be enabled to view this email address) konstatiert habe, hat sich das Blatt inzwischen selbst zusammengefaltet - .(JavaScript must be enabled to view this email address) hat tatsächlich momentan fast doppelt so viele Spam-Mails wie .(JavaScript must be enabled to view this email address). Vielleicht hat tatsächlich jemand (mal wieder?) Adressen aussortiert, die die Zeichenfolge “SPAM” enthalten?!
804 neue Mails in der KW 44
Die üblichen Schwankungen; beachtenswert ist wieder einmal, dass völlig untypische Ausbrüche zu beobachten sind (orangene Kurve: 70% Anstieg), die sicher nicht nur mit dem Schnupfen der Spammer erklärbar sind. Ganz sicher spielen auch eine Rolle automatische Aktualisierungen von Spammerlisten (d.h.: Aussortierung alter Adressen, Ergänzung von neuen) und die momentane Verfügbarkeit der Zombie-Netzwerke, worauf unser Leser Chris hingewiesen hat.
Techniken des E-Mail-Sammelns - die Philosophien der Spammer
Verblüffend ist nach wie vor, dass die .(JavaScript must be enabled to view this email address) und die .(JavaScript must be enabled to view this email address) sich insgesamt ziemlich parallel bewegen und sich auch zunehmend an einander angleichen, während die harvest-only-Adresse .(JavaScript must be enabled to view this email address) ein Eigenleben führt. Ein Blick auf die Trendlinien (Klick aufs Bild) zeigt die Parallelbewegung spätestens seit der KW 36, während die schlucks-Adresse schon KW 28 ausgebrochen ist. Das spricht für die Vorstellung, dass ein Großteil des Spams tatsächlich von sehr wenigen Personen oder Netzwerken verschickt wird (da ja alle drei Adressen über unterschiedliche Wege verbreitet wurden).
WTF??
Am 27. und 28. Oktober kamen insgesamt knapp 100 Spam-Mails mit dem Betreff “October 74% [75, 78 ... usw.] OFF”, Absender war ein gewisser Herr VIAGRA @ Official Site. Was mich verwundert: Die Mails kamen alle zum gleichen Zeitpunkt an die gleiche Adresse (27.10.: 15.40 Uhr, 28.10.: 22.51 Uhr).
Wie kommt diese Person dazu, mir 40 Mal die gleiche E-Mail zu schicken? Wenn eine im Spamfilter hängenbleibt, dann auch die 39 anderen. Wenn eine durchkommt, macht er sich durch die anderen doch nur unseriös und geht mir auf die Nerven. Warum spammt er mich so stümperhaft? Kann mir das jemand erklären?
1001 neue Mails in der KW 43
Die Kinder der Spammer sind von ihrem Schnupfen genesen, somit geht die Kurve wieder nach oben.
In der hauptgespammten Mailbox von .(JavaScript must be enabled to view this email address) befinden sich nun insgesamt knapp 15.000 Spam-Mails. Das ist deutlich weniger als erwartet, aber als absolute Zahl gesehen immer noch eine Menge. Man beachte aber, dass es mit serverseitigen Spamschutzeinstellungen, die ich ja alle deaktiviert habe, wahrscheinlich deutlich weniger wären.
Auf die Adresse, mit der ich den Suchmaschinen-Eintragsdienst bemüht habe, kamen nur noch ein paar Werbemails von den Suchmaschinenbetreibern und einige Bestätigungen, dass die Bewerbung des Spamschluckers angenommen worden sei.
753 neue Mails in der KW 42
Der Anblick unserer Kurve ist nicht nur eine Beschreibung des Spamaufkommens, sondern zugleich ein Blick in die Psyche der Spammer. Denn ihnen geht es wie uns: Manchmal haben sie eine Woche lang keine Aufträge, sind depressiv oder müssen den Gartenzaun renovieren. Solche Schwankungen führen zu verminderter Produktivität, gerade im Herbst, wo die Kinder gerne mal schweren Schnupfen haben und den Familienbetrieb lahm legen. Offensichtlich war letzte Woche so eine Woche, deshalb wünsche ich allen Spammern und ihren Familien gute Besserung.
Eintragsdienst für Suchmaschinen und Linkkataloge angeheuert
Inspiriert von einem Kommentar des Lesers butti habe ich letzte Woche bei ebay für einen Euro einen Eintragsdienst für Suchmaschinen und Linklisten angeheuert - in der Hoffnung, dass Website und E-Mail-Adresse in zahlreichen namenlosen Linkkatalogen auftauchen und sich das Spamaufkommen entsprechend erhöht. Zu diesem Zwecke habe ich auch eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet, die .(JavaScript must be enabled to view this email address).
1. Der Eintragsdienst bei ebay