Letzte Woche wurde der jährliche “2010 MAAWG Email Security Awareness and Usage Report” (durchgeführt von Ipsos) vorgestellt. Darin wurden rund 3700 Personen nach ihrem Spam-Handling befragt.
Im Web verfügbar (englischsprachig): Zentrale Ergebnisse der MAAWG-2010-Spam-Studie (PDF) , Vollständige MAAWG-2010-Spam-Studie (PDF).
Befragt wurden per Online-Fragebogen 3716 über 18-jährige Personen aus den USA, Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien (Deutschland: 522 Teilnehmer/innen). Die wichtigsten Ergebnisse finden sich im Web (z.B. hier und stützen sich auf das oben verlinkte Dokument “Zentrale Ergebnisse”.
Beim Durchforsten der Hauptstudie springt ins Auge:
1) 50% der Befragten haben schon einmal absichtlich eine Spam-Mail geklickt. Grund für 25% war, dass sie sich beschweren wollten, 18% wollten “sehen, was passiert”, 15% hatten Interesse am beworbenen Produkt.
Vor allem Männer unter 35 haben schon einmal auf einen Link in einer Spam-Mail geklickt (insgesamt 11% der Befragten).
Die Medien machen daraus: “Jeder zweite öffnet Spam-Mails!”. Dabei war die Frage, ob man jemals eine Spam-Mail geöffnet hätte. Insofern sind die Zahlen “jeder Zweite” und “11% klicken auf die Links in Spam-Mails mit großer Vorsicht zu genießen.
2) 8% der Befragten haben schon einmal ein Attachment einer Spam-Mail geöffnet. Wenn man mit einem Windows-System fährt, ist das natürlich völliger Wahnsinn, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet sich in den Attachments von Spam-Mails ein Schadprogramm. 60% der Befragten gaben an, schon einmal einen Virenbefall auf dem PC gehabt zu haben.
3) 24% der Befragten geben als Reaktion auf eine eintreffende Spam-Mail an, auf den Unsubscribe-Link zu klicken (“Diese Mail ist kein Spam. Möchten Sie keine weiteren Mails mehr von uns erhalten, klicken Sie hier ...”). Das ist natürlich völliger Wahnsinn und führt zu weiterem Spam (vgl. Spamschlucker: Suppression-List).
Eingetragen: 31.03.2010, 14:14 in Statistik Bemerkenswert
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Zur “Spam-Studie”: Wenn man sich vor Augen hält das die Umfrage per Online Fragebogen durchgeführt wurde ist das Ergebnis nicht wirklich überraschend. Wer “Online Fragebögen” ausfüllt klickt natürlich auch auf Spam-Links. Insofern wieder ein Beispiel aus der Rubrik “wie fälsche ich meine Statistik…”
Du hast Recht, das dachte ich auch zuerst; aber dann könnte man ja auch sagen: “Wer Online-Fragebögen ausfüllt, der klickt eben NICHT auf Spam-Anhänge”.
Und wenn du mal User beim Maillesen beobachtest, die keine Online-Cracks sind, dann siehst du schon, dass das in der Studie beschriebene Verhalten schon aufweisen (können). Also ich glaube, die Studie bildet die Realität recht gut ab.