Während heise.de für vorletzte Woche noch ein Spam-Jahrestief gemeldet hat (allerdings mit dem Hinweis auf bereits wieder steigende Spam-Zahlen), ist schon wieder ein vermehrter Spam-Eingang zu vermelden.
Das zeigt, wie sinnlos die Zerstörung physischer Infrastrukturen im Kampf gegen Spam ist:
Offensichtlich wurde durch die Abschaltung der McColo-Server die Zentrale zur Verwaltung der weltweiten Spam-Botnetze empfindlichst getroffen, man sprach von bis zu 75% Rückgang des E-Mail-Spams weltweit. Und nicht ganz zwei Wochen später fleucht und kreucht es wieder durch die Mailboxen. Wie ich immer predige: Das Phänomen “Spam” ist ein schwammiges, dynamisches Gebilde, das als vollständig virtuelle Kulturform in der Lage ist, blitzschnell auch auf größere Veränderungen zu reagieren. Das betrifft nicht nur die Regeneration von Infrastrukturen, sondern auch Dimensionen wie Angebot/Nachfrage, Weiterentwicklung von Spamschutzmaßnahmen usw.
Damit sollte sich die Spam-Bekämpferszene endlich lossagen von antiquierten kriminologischen Konzepten, bei denen die Frage nach Täter und Tatwaffe im Vordergrund steht. Gefragt sind dynamische Konzepte, in deren Mittelpunkt Prävention und Task-Force-artige, an den aktuellsten Cloakingmethoden ausgerichtete Interventionsmaßnahmen stehen.
Eingetragen: 01.12.2008, 00:12 in Statistik Bemerkenswert
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