Der Spamschlucker

Ein Mann.
Eine Mailbox.
Eine Herausforderung.

Spam-Statistik (Stand: 23.02.2012, 02:00 Uhr)

  letzte 24 Stunden 2012 seit 01/2007
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Perfekt gemachter Phishing-Spam für WoW-Account

Letzte Woche trudelte hier eine täuschend echte Phishing-Mail ein, mit der Zugangsdaten für den battle.net-Account (Blizzards Multiplayer-Plattform, über die u.a. World of Warcraft (WoW) oder Starcraft II gespielt werden können) abgegriffen werden sollen:

Als Absender der Mail steht Blizzard Entertainment <WoWAccountAdmin@blizzard.com> (wobei die Absenderadresse nicht schwer zu fälschen ist, jedes Mailprogramm kann das). Die Mail sieht perfekt aus, der ganze WoW-Style ist sehr ordentlich umgesetzt - keine fehlenden Bilder, keine Rechtschreibfehler, keine Unregelmäßigkeiten:
WoW-Phishing-Spam-Mail
Auch der Link, auf den man klicken soll, sieht gut aus (https://us.battle.net/account/support/login-support.xml). Wenn man seine Maus über den Link bewegt, wird allerdings das tatsächliche Linkziel angezeigt, nämlich http://us.battle.net.accournt.worldofwarrcraft.net/battle_net_account.html?ref=https%3A%2F%2Fus.battle.net%2Faccount%2Fmanagement%2Findex.xml&app=bam&t=1 :
Tatsächliches Linkziel in der Phishing-Mail, die angeblich von Blizzard kommt
Man beachte den Domain-Namen: Es ist worldofwarrcraft.net, vornedran ist als Subdomain die korrekte Domain simuliert (us.battle.net).

Wenn man auf den Link klickt, kommt man auf eine chinesische 404-Seite (= Seite konnte nicht gefunden werden):
Chinesische 404-Seite
Kurzzeitig war hier wohl ein Formular im Stil von Blizzard-Battle.net, wo man die gewünschten Accountdaten eingeben sollte, nämlich Account-Name, Passwort, Vor- und Nachname, Geheimfrage und Antwort.

Interessant ist die Tatsache, dass der Phishing-Versuch offensichtlich aus China kommt - dem Land des WoW-Goldes:

Goldfarmer (auch Goldbauer oder Chinafarmer) ist die Bezeichnung für Computerspieler, die gegen Bezahlung (teilweise hauptberuflich) dafür beschäftigt werden, um etwa in Online-Rollenspielen große Mengen der Spielwährung oder andere Spielgegenstände zu erwirtschaften, um diese außerhalb des Spiels an andere Spieler zu verkaufen. Alternativ „leveln“ sie Spielfiguren, spielen sie also durch die unteren Stufen des Spiels.

Richard Heeks, Professor an der University of Manchester schreibt von etwa 400.000 Menschen, die 2008 von Goldfarming lebten. 80 Prozent der Spieler wohnten in China, der gesamte Markt habe einen Wert von 500 Millionen Dollar.
...
Für viele Chinesen ohne Ausbildung ist dies ein Traumberuf. Allerdings können dabei oft gesundheitliche Folgeschäden auftreten. Außerdem gibt es immer wieder Fälle, in denen junge Chinesen zum Spielen gezwungen werden. Häufig werden ihnen als Druckmittel die Pässe abgenommen.
Wikipedia: Goldfarmer

Wesentlich einfacher ist es für die chinesische WoW-Gold-Mafia natürlich, einfach Accountdaten abzuphishen, die Accounts leerzuräumen und das Gold dann gegen echten Cash weiterzuverkaufen - am besten an die, denen sie einige Tage zuvor den Account leergeräumt haben.

Eingetragen: 09.04.2011, 14:21 in Edel-Spam

Permalink; 1644

Späterer Eintrag: Russischer Immobilienspam

Früherer Eintrag: Spamschlucker jetzt voll automatisiert

6 Kommentare

  1. fin meint dazu:

    sehr informativer beitrag, danke!


  2. Lancken meint dazu:

    Ich selbst habe schon mehrfach solche E-Mails gekriegt. Das Verdienen von Geld durch solches Farming könnte ich mir nicht vorstellen, selbst zu machen. Wirklich abwechslungsreich ist das echt nicht.


  3. Max meint dazu:

    Es ist eigentlich erstaunlich, dass es selbst unter WoW-Nutzern, die Spam ja wohl gewohnt sein sollten, immer noch genügend Personen gibt, die auf solche Links klicken und mehr Angst vor der Löschung ihres Accounts haben als vor dessen Missbrauch…


  4. Laci meint dazu:

    Habe soeben auch so eine E-Mail erhalten. Das Problem scheint also immer noch zu bestehen.


  5. Rene meint dazu:

    Mal ganz ehrlich so langsam aber sicher, sind leute die auf sowas reinfallen selber schuld.. wer auf solche emails noch reagiert hat die welt verpennt.

    Das web ist voll von warnungen und auch im tv kommt es immer wieder das man auf sowas nicht reagieren soll..


  6. Manuel Gonzales meint dazu:

    ich muss mich meinem vorredner anschliesen. wer mit offnen augen unterwegs ist, fällt auf sowas nicht rein.


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