Der Spamschlucker

Ein Mann.
Eine Mailbox.
Eine Herausforderung.

Spam-Statistik (Stand: 21.05.2012, 22:30 Uhr)

  letzte 24 Stunden 2012 seit 01/2007
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Affiliate-Skandal: Spammer bewerben per Mail affili.net-Partnerprogramm

In der Online-Werbung sind sog. Partnerprogramme verbreitet: Anbieter wie zanox oder affili.net vermitteln zwischen Webseitenbetreibern und Werbetreibenden. Ich binde auf meiner Website z.B. ein Banner von Firma X ein und bekomme für jeden Klick/jeden Verkauf o.ä. Geld.

Gestern bekam ich tatsächlich eine Spam-Mail, in der der beworbene Link (1 Mio. Euro zu gewinnen) über eine Umleitung auf ein affili.net-Partnerprogramm führt. Damit geht der E-Mail-Spam in eine neue Runde: Es wird zunehmend egal, wer mir den Werbemüll schickt - denn die Grenze zwischen Spammern und “seriösen Werbetreibenden” verschwimmt.

Die Spam-Mail hat den Betreff “Sensation: Deutsche Telekom verschenkt 1 Mio EUR”, Absender ist “Letzte Chance

” und hat folgenden Inhalt (gekürzt):

Hallo liebe Leser,

was da heute morgen noch in Insiderkreisen kursierte, hat sich als wahr herausgestellt:
Die Deutsche Telekom AG verlost 1 Million EUR.

Ohne Haken, ohne Ösen, alles vollkommen kostenlos. Ähnliche Spiele empfehlen wir nicht,
aber bei diesem steckt nun mal kein geringerer als die Deutsche Telekom AG dahinter - seriöser geht es nicht.

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Bei Klick auf den ersten Link wird man schleppend weitergeleitet auf http://partners.webmasterplan.com/click.asp?ref=16036&site=6191&type=text&tnb=4 (webmasterplan.com ist der Adserver von affili.net) - und von dort auf http://ad.netdialogs.de/index.php?action=loadCampaign&campaignID=154&campaignAdID=2126&websiteID=41&externalID=&targetPage=&followUpNumber=, also dem Gewinnspiel von T-Online, das es tatsächlich gibt (vgl. z.B. Eintrag bei gewinnspiele.com). Der zweite Link führt ebenfalls zu einem Gewinnspiel von T-Online. Beide Gewinnspiele gibt es aktuell im Angebot von affili.net, u.a. auch als Newsletter-Template (das in dem von mir erhaltenen Spam so allerdings nicht verwendet wurde). (Übrigens: Wer auf einen der obigen Links klickt und das Formular ausfüllt, sorgt dafür, dass ein Spammer Kohle bekommt - also bitte nicht tun.)

Ich habe den affili.nets bereits eine Mail geschrieben und die Situation geschildert, mal sehen, wie schnell sie reagieren. Natürlich können die argumentieren, dass Sie nicht kontrollieren können, ob Standalone-E-Mail-Kampagnen auf legaler Basis erfolgen (und das stimmt so auch). T-Online wird es ebenfalls egal sein, da in beiden Programmen der Werbetreibende nur dann bezahlt wird, wenn jemand seine Adressdaten ins Formular eingibt.

Damit geht Spam in eine neue Runde: Nachdem man sich so langsam an Spam gewöhnt hat, bekommt man jetzt Spam-Mails, die man nicht mehr wirklich von “seriösen” Anbietern unterscheiden kann. Jeder zweite Newsletterbetreiber verschickt ab und an Standalone-Werbung. Ob ich nun den T-Online-Müll von einem Spammer bekomme oder von einem Newsletterversender, in dessen Newsletter ich mich irgendwann mal eingetragen habe - wo liegt der Unterschied?

Eingetragen: 23.05.2009, 17:26 in Edel-Spam

Permalink; 3592

Späterer Eintrag: 2106 neue Mails KW 21/2009 - Spam-Überschriften als Kunst

Früherer Eintrag: 2344 neue Mails KW 20/2009 - Wolfram|Alpha im Spamschlucker-Test

7 Kommentare

  1. Der Modeblogger meint dazu:

    Affiliates als seriäse Werbetreibende? Das war mir neu. smile

    Mal im Ernst.. ich kann nix schlimmes daran finden.. E-mail Marketing ist ja nix Neues. Gut, theoretisch sollten Affiliates nur Mails an Empfänger verscxhicken die eingewilligt haben, aber wer glaubt im Ernst, dass sich jemand daran hält?


  2. Der Modeblogger meint dazu:

    hat’s mir jetzt meinen Kommentar gefressen, oder warum wird er nicht angezeigt? Seeehr merkwürdig..


  3. Spamschlucker meint dazu:

    In einem Spamschlucker-Blog müssen die Kommentare moderiert sein grin


  4. NewsShit! meint dazu:

    Im Grunde gibt’s da nur eine Lösung: Wer einen Affiliate-Link einbauen möchte, muß angeben, auf welcher/n Domain/s der Link zu finden sein wird.

    Diese Domains könnten stichprobenartig überprüft werden, ob es sich dabei um AGB-konforme Werbeeinblendungen handelt.

    Entspricht der Referrer eines Aufrufs NICHT einer eingetragenen Domain, wird der Aufruf nicht gerechnet.


    Kurzes Beispiel: Jemand will Werbung auf meinedomain.de und meineseite.com schalten. Er gibt diese an, sie werden verifiziert und er bekommt seinen spezifischen Link.

    Kommt ein Aufruf über anderepage.net rein, wird der nicht gewertet. Kann doch nicht so schwer sein grin


  5. Manfred meint dazu:

    Bei allen, oder zumindest so gut wie allen, Partnerprogrammen sthet doch in den Teilnahmebedingungen dass Spammethoden verboten sind. Affilinet, oder T-Online, können also den Account woher die Spammails kommen, einfach löschen, ohne Ausbezahlung der Verdienste.


  6. s-A-m meint dazu:

    sicherlich nicht gerade die feine englische art affilates zu verwenden, aber ehrlich gesagt wird die methode des e-mailmarketing in verbindung mit affilate nie ganz verschwinden.


  7. Alicia meint dazu:

    Hallo! Ein derartiger Rundumschlag gegen allle Affiliate Marketer ist wohl nicht ganz zutreffend. Längst nicht alle - undnd ich wage mich übrigens dazuzuzählen - benutzen illegale oder fragwürdige Techniken, wie z.B. unaufgefordert SPAM Emails zu versenden.

    Wir helfen helfen lediglich Produkthersteller und Serviceanbieter, ihre Produkte und Dienste bekannt zu machen (und das wir dafür eine Bezahlung bekommen in Form einer Provision sollte noch kein Grund sein, Hetzkampagnen gegen alle zu führen, die auf diese Art Geld verdienen (legal), Steuern zahlen und eben nicht von HARTZ IV, Sozialhilfe oder Rente allein leben wollen und können.

    Jedem Menschen i diesem Lande sollte es doch wohl freigestellt sein, ob er selbst Geld verdienen möchte oder vielleicht nur zusehen, wie andere es verdienen?!.


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