Der Spamschlucker

Ein Mann.
Eine Mailbox.
Eine Herausforderung.

Spam-Statistik (Stand: 17.09.2014, 15:00 Uhr)

  letzte 24 Stunden 2014 seit 01/2007
stephan@spamschlucker.org 72 18.515 347.007
bm@schweinischer-bote.de 68 35.872 455.585
schlucks@gmx.net 14 2.723 102.579

Wie man vom Börsenspam profitieren kann (Update)

imageUpdate: Schöne Übersicht über die Entwicklung der Kurse nach den Spamwellen bei egghat’s blog.


In letzter Zeit häuft sich Börsenspam (auch: Aktienspam). Ob er sich häuft, weiß man nicht so genau, er kommt hier Mitteleuropa auf jeden Fall besser durch die Spamfilter durch - weil er eben in deutscher Sprache verfasst ist. Ich habe in den letzten 2 Wochen (an 4 verschiedene Mail-Adressen) rund 20 solcher Mails bekommen; einige werden sicher im Spamfilter hängen geblieben sein.

Herkunft

Die meisten Mails kommen von der im Web immer bekannter werdenden “Chartexpertin Gisela Blecher-Stratmann”, eine Art Loriot der Börsenszene. Sie preist uns Aktien ungefähr so an (gekürzt):

Betreff: Wichtige BOERSENMELDUNG: Die Aktie der ADORI AG steigt extrem (Frick-Aktie)
Datum: 21. Februar 2007 01:47:18 MEZ

Liebe Leser,

hiermit erhalten Sie eine weitere geniale externe Gratis-Analyse von DEUTSCHER ANLAGE REPORT: Wir empfehen dringendst, sich mit ADORI AG Aktien einzudecken. (Frick-Aktie)

Anfangskurs am 21.2.2007 7 Cent
Wochenziel: 20 Cent
4-Wochen-Ziel: 4 Euro (Ein Manteldeal steht kurz bevor)

ADORI AG
WKN: 665510
ISIN: DE0006655103

Gigantisches Handelsvolumen von 10 Mio. Shares schon am Dienstag. Enormes Kurspotential bei einer Bewertung von nur 330.000 Euro
Eine Verzwanzigfachung ist hier durchaus plausibel, wenn man beachtet, wie andere Werte mit deutlich weniger Zukunftsphantasie mittlerweile bewertet werden.

ADORI AG mit neuem Homepageauftritt!

Hochachtungsvoll
DEUTSCHER ANLAGE REPORT
Gisela Blecher-Stratmann
Chartexpertin

Hinweis: Dies ist keine Kaufempfehlung!
Diese Angaben beruhen ausschliesslich auf erfolgreiche Chart-Analysen.

Der letzte Satz beweist, dass Frau Blecher-Stratmann sich tatsächlich besser mit Charts auskennt als wie mit Grammatik.

Durch Aktienspam findet tatsächlich Kursmanipulation statt
Neben anderen weist z.B. dataloo darauf hin, dass sich Aktienkurse tatsächlich durch solche Mails verändern. Dass es die (Kauf-)Reaktionen auf den Spam sind (und nicht die in den Mails versprochenen “Manteldeals”) zeigt folgende Beobachtung von Markus Ritter:

Sowohl bei dieser Aktie als auch bei den sporadisch mitbeobachteten älteren SPAM-Wellen steigt der Kurs am Tag nach dem Versenden rapide an. Dummerweise ist es da schon zu spät zum Einsteigen. Ebenso sicher fällt der Kurs nach dieser Hochphase relativ schnell auf sein altes Niveau ab.
markus-ritter.de 20.02.2007: Aktien-SPAM und wie man davon profitiert

Man beachte hierzu auch die Anmerkungen und Screenshots bei sloganmaker.net, der für die per Spam beworbene Artstor AG-Aktie in drei Tagen ein Plus von 641% verzeichnet.


Wie kann man von Aktienspam profitieren?
Markus Ritter hat verschiedene Risikoszenarien erstellt, wann man wie einsteigen sollte. Er empfiehlt das “Leer verkaufen” (d.h.: nicht im eigenen Depot vorhandene Aktien auf Pump zu verkaufen). Schön verständlich, auch für Laien, da anhand eines Beispiels erläutert, z.B.:

Wir sind der Meinung, dass der Kurs der Aktie immer unter den erwähnten 26ct bleiben wird. Wir haben einen Puffer von 3ct pro Aktie und können deshalb 5000/0.03 = 166?666 Aktien verkaufen. Wir nehmen 150?000, weil das einfacher zu rechnen ist. Zusammen mit den 5?000 EUR Sicherheit haben wir jetzt ein Depotvermögen von 39?500 EUR und einen Minusbestand von 150?000 Aktien. Der Kurs der Aktie sinkt gegen Mittag auf 17ct pro Aktie. Wir kaufen 150?000 Aktien und haben ein Depotvermögen von 14?000 EUR und einen Aktienbestand von 0.
Wir haben unseren Einsatz in 2 Stunden annähernd verdreifacht.

Na bitte - da haben dann alle was davon. So lange nicht im falschen Moment eine Gegenspamwelle einrollt (“Alles verkaufen!!!! Firma ist pleite!!!!”) ...

Eingetragen: 21.02.2007, 12:34 in Bemerkenswert Top-10

Permalink; 3722

Späterer Eintrag: Börsenspammer kommentieren unterstützend Blog-Beiträge

Früherer Eintrag: 297 neue Mails in der KW 7

0 Kommentare

    Das Thema "Spam" interessiert euch wohl einen alten Dreck. Dann schreibt wenigstens meine E-Mail-Adresse auf irgendeine Internetseite: stephan@spamschlucker.org

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