Nazi-Spam, diesmal: Rudolf Heß
Nach langer Zeit erreicht mich mal wieder ein waschechter Nazi-Propaganda-Spam. Absender: “Frankenpost”, Betreff: “Das war Mord !” Es geht um Rudolf Heß (der Stellvertreter Hitlers), der nach 46 Jahren Haft im Kriegsverbrechergefängnis Spandau Selbstmord beging. In der Neonazi-Szene gilt Rudolf Heß “aufgrund seines ungebrochenen Bekenntnisses zum Nationalsozialismus, seiner 46-jährigen Haftzeit – davon über die Hälfte in Einzelhaft – und seiner vermeintlichen Ermordung durch den britischen Geheimdienst als Märtyrer” (Wikipedia: Rudolf Heß). Und deshalb kriege ich jetzt eine Spam-Mail, wo die Neonazis mir mitteilen wollen, was für ein guter Mann Heß tatsächlich war.
1424 neue Mails KW 30/2010
Wie man sieht, tut sich aktuell nicht viel. Sieht man von einigen Ausschlägen ab, ist seit einem Jahr vor allem eine unaufgeregte Seitwärtsbewegung zu beobachten. Ehrlich gesagt warte ich noch immer auf eine Explosion nach oben, aber das kann ich mir wohl abschreiben (wäre ja auch spektakulär, bei einer quasi toten Mailadresse). Immerhin: Seit einem Jahr geht es nicht mehr abwärts mit den toten Mailadressen - das heißt: Die Spammer leben noch.
Über die Unberechenbarkeit des Spams
Während die Hauptadressen in den letzten Wochen bei etwa gleich bleibenden Quoten relativ unspektakulär performen, ist in den letzten drei Wochen etwas höchst Interessantes mit einer der Kontrolladressen passiert:
Im Februar 2008 (also vor mehr als 2 Jahren!) habe ich 5 neu angelegte Mail-Adressen einmal auf dem Spamschlucker veröffentlicht (4 davon eigene Domains, Spamschutz deaktiviert). Über eine Web-Suche sind die Adressen wirklich NUR auf dem Spamschlucker im entsprechenden Beitrag zu finden. Diese Adressen haben bisher so performt:
1805 neue Mails KW 18/2010 - Dr. Kevin Brown
E-Mail-Spam gerät unter Spammern zunehmend in Verruf, da die Erfolgsquoten (d.h.: Umsatz pro versendeter Mail) immer stärker in den Keller gehen. “Hip” ist aktuell die Einschleusung von Schadprogrammen auf die Privatrechner - Programme, die selbst Spam versenden, sich updaten können (z.B. mit Phishing-Modul usw.). Um Leute auf Webseiten zu locken, wo sie sich solche Schadprogramme fangen, operiert man natürlich auch mit Mails (“Klicke hier um zu ...”). Das erklärt, warum die E-Mail-Flut in der Spamschlucker-Inbox weiterhin rollt, ja, sogar leicht ansteigt.
Aber nun zu Kevin Brown ... Verzeihung: Dr. Kevin Brown:
Liebloser Hong-Kong-Spam
Ihr kennt alle den sog. “Nigeria-Spam” - Abzocke durch Personen aus Nigeria, die scheinbar ein immenses Vermögen gefunden oder geerbt haben und nun jemanden brauchen, der sein Konto für den Transfer zur Verfügung stellt. Die Mails sind immer nach einem ähnlichen Muster aufgebaut, “Guten Tag, mein Name ist Nbame Mugake, ich bin ... 45 Millionen USD ... benötige Ihre Hilfe ... Überweisung ... erhalten Sie 30% der Gesamtsumme ... blabla”. Manchmal lassen sich die Spammer noch recht originelle Geschichten einfallen, wie z.B. “Kevin Brown”, der mit Flugzeugabstürzen (“Alaska Airlines-Flug 261”), Hubschrauberabstürzen oder verstorbenen mexikanischen Juden operiert.
2228 neue Mails KW 15/2010 - Elena die Russin ist wieder da!
Neuigkeiten: Die gute Elena aus Russland ist wieder aufgetaucht - in einem Kommentar zu Bettelspam: Mein Briefwechsel mit Elena, der Russin (Teil 2) schreibt oscar:
1510 neue Mails KW 14/2010 - Die schlechteste Übersetzung, Part 1
fasd
Prima, es scheint aufwärts zu gehen. Die .(JavaScript must be enabled to view this email address) hält sich ob der (vom User nicht zu manipulierenden) GMX-Spamfilter immer auf dem gleichen Niveau. Ich werde gelegentlich mal den Spamschutz anschalten und erwarte dann unter 10 Spam-Mails pro Woche.
Apropos Spam-Mails: Manchmal benutzen Spammer automatische Übersetzungsdienste, um ihre Muttersprache in die Sprache der Zielgruppe übersetzen zu lassen. Die Ergebnisse sind teilweise haarsträubend, aber so ein unterirdisches wie diesen Text (Kommentarspam) habe ich noch nie gesehen:
1337 neue Mails KW 12/2010 - MAAWG-Spam-Studie vorgestellt
Letzte Woche wurde der jährliche “2010 MAAWG Email Security Awareness and Usage Report” (durchgeführt von Ipsos) vorgestellt. Darin wurden rund 3700 Personen nach ihrem Spam-Handling befragt.
2251 Mails KW 10/2010 - Kommentarspam wird individueller
Man beachte den Anstieg der .(JavaScript must be enabled to view this email address) um >100% in den letzten beiden Wochen. Woher kommen solche Anstiege?
Außerdem habe ich gerade eine Hand voller Kommentare freigeschaltet. Kommentarspam ist ja ein alter Hut: Personen, die ihre Site (oder gezielt eine Unterseite) promoten wollen, hinterlassen in Blogs Kommentare zum Thema der Zielseite. Damit wollen sie einerseits den Suchmaschinen vorgaukeln, dass viele Seiten auf ihre eigene Seite linken, andererseits auch den ein oder anderen menschlichen Klick generieren. Das nennt man “Kommentarspam”. Man unterscheidet automatisierten und manuellen Kommentarspam.
979 neue Mails KW 8/2010
In den letzten Wochen hat sich nicht viel getan. Die bm@schweinischer-bote hat stark verloren, während die stephan@spamschlucker wieder zulegen konnte. Das liegt sicher daran, dass die .(JavaScript must be enabled to view this email address) auf sehr vielen Websites ausgebracht wurde (danke an alle Helfer/innen!) und wieder und wieder von irgendwelchen namenlosen Bots geharvestet werden kann.